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	<title>weltgesehen &#187; durchgesehen</title>
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		<title>Wieder im Jetzt</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 22:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war nun die Reise zur Reise in der Vergangenheit nach Hong Kong. Passend dazu h&#246;re ich gerade das Album &#8220;The unforgettable fire&#8221; von U2. Sch&#246;n an der Reise war das Wiedererleben, die Auffrischung des Bewustseins, wie es sich &#228;ndert durch Neues. Aber es bleibt ein Nachgeschmack, der durch das n&#228;chste Neue abgel&#246;st werden will. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war nun die Reise zur Reise in der Vergangenheit nach Hong Kong. Passend dazu h&#246;re ich gerade das Album &#8220;The unforgettable fire&#8221; von U2. Sch&#246;n an der Reise war das Wiedererleben, die Auffrischung des Bewustseins, wie es sich &#228;ndert durch Neues. Aber es bleibt ein Nachgeschmack, der durch das n&#228;chste Neue abgel&#246;st werden will. Ich frage mich, ob ich ein Junkie werden k&#246;nnte, der, je &#246;fter er verreist, desto schneller wieder aufbrechen muss. Ist es also ein Segen, dass mir dazu im Moment die Zeit fehlt? Oder ist es gerade nicht so? Das Leben hinter jener Wegbiegung k&#246;nnte doch so viel sch&#246;ner sein, als dieses&#8230;<br />
Wann h&#246;ren wir auf (und wodurch), uns das zu fragen? Ich habe mal von einer 25j&#228;hrigen Frau geh&#246;rt, die ein Haus am Rande des Dorfes baute, in dem sie aufgewachsen war. Warum sie das konnte? Nun, ihr Bausparvertrag war so weit. Sie hatte diesen Traum seit ihrer Kindheit gehabt, ihn nie in Frage gestellt, und ihn schlie&#223;lich in die Tat umgesetzt. Sie w&#252;rde das Leben ihrer Eltern und das ihre genauso fortf&#252;hren, wie es war. ich war ein bisschen schockiert von der Geschichte, aber ich beneidete die Frau auch. Sie hatte ein Ziel und das hat sie verfolgt. Keine Zweifel. F&#252;r mich ist es ganz einfach, diesen Traum zu tr&#228;umen. Ein Haus, eine Familie gr&#252;nden. Ja, das ist wirklich das Beste, was einem passieren kann, die urspr&#252;nglichste Form des Gl&#252;cks. Alles andere ist Beiwerk, ein bisschen Musik und Literatur hier, ein bisschen Reisen dort, aber ganz oben: Die eigenen Kinder aufwachsen sehen.<br />
Wieder im Jetzt bleibt also die Frage: Was bringt die Zukunft? Ist schon eigenartig, was man sich f&#252;r Gedanken macht, um etwas, das naturwissenschaftlich gar nicht existiert, nicht wahr? Ist es so schwer, das Risiko einzugehen, gl&#252;cklich zu werden? Und wenn ja, warum?</p>
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		<title>Ein anderer Weg</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 00:14:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da liegt er also wieder vor mir, der neue Roman, der mir schon so alt vorkommt (obwohl er noch gar nicht fertig ist), weil ich schon vor ungef&#228;r sieben Jahren den ersten Teil geschrieben habe. Die Idee wurde durch einen Gedanken ausgel&#246;st, der mir in der Fu&#223;g&#228;ngerzone kam: Wenn es viel weniger Menschen auf der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da liegt er also wieder vor mir, der neue Roman, der mir schon so alt vorkommt (obwohl er noch gar nicht fertig ist), weil ich schon vor ungef&#228;r sieben Jahren den ersten Teil geschrieben habe. Die Idee wurde durch einen Gedanken ausgel&#246;st, der mir in der Fu&#223;g&#228;ngerzone kam: Wenn es viel weniger Menschen auf der Welt g&#228;be, w&#252;rden wir uns wohl jedes Mal begr&#252;&#223;en und nicht einfach aneinander vorbeilaufen. Wenn es nur einige tausend Menschen auf der Welt g&#228;be, w&#228;re auch ein zuf&#228;lliges Treffen etwas ganz besonderes, aufgeregt w&#252;rden wir uns begutachten und ein Gespr&#228;ch anfangen. Jeder Mensch, den wir tr&#228;fen, h&#228;tte eine nachhaltige Auswirkung auf unser Leben.<br />
Diesen Gedanken f&#252;hrte ich als ein bisschen spazieren. Er wuchs, ver&#228;nderte sich: Kommt es nicht vielleicht auch so vor, dass wir unsere Leben gegenseitig beeinflussen und dass wir es nur oft nicht mitbekommen? Eben, weil wir aneinander vorbeigehen, ist uns unser Einfluss vielleicht nur nicht bewusst?<br />
Was w&#228;re nun, wenn ich einen Roman schriebe, in dem genau das an die Oberfl&#228;che ger&#228;t? In dem der Leser nicht, wie &#252;blich, eine Person folgt, sondern einer Art Kausalkette, einem Fluss dessen, was geschieht, gleich einem Flug durch die Zeit. Ich k&#246;nnte den vielgeliebten allwissenden Erz&#228;hler auf eine neue Ebene f&#252;hren, ihn <strong>tats&#228;chlich allwissend</strong> machen.<br />
Einige Tage sp&#228;ter wachte ich fr&#252;h am Morgen auf, und der Anfang des Romans war vor mir, in Worten und Bildern. Ich setzte mich an den Schreibtisch und tippte ihn eine halbe Stunde lang in den Computer.<br />
Und dann ging es immer wieder weiter. Eins ergab das andere, was zum N&#228;chsten f&#252;hrte. Erst nach rund 70 Seiten wurde mir bewusst, dass ich Grenzen brauche, dass es einen roten Faden geben muss, auch, wenn es ein anderer sein wird, als den, den wir aus &#252;blichen Geschichten kennen&#8230;</p>
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		<title>Schleife endlos</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Dec 2010 00:15:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal kommt es vor, dass wir nur so dastehen, mit nicht mehr, als einem Schulterzucken f&#252;r die Welt, f&#252;r alles, was wir so nennen, mit den H&#228;nden darauf im Scho&#223;, senken wir den Blick, um nicht gesehen zu werden, von allem, was wir sahen, was uns schreckte. Scham kann uns so verharren lassen, wartend auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal kommt es vor, dass wir nur so dastehen, mit nicht mehr, als einem Schulterzucken f&#252;r die Welt, f&#252;r alles, was wir so nennen, mit den H&#228;nden darauf im Scho&#223;, senken wir den Blick, um nicht gesehen zu werden, von allem, was wir sahen, was uns schreckte. Scham kann uns so verharren lassen, wartend auf ein Zeichen der Entspannung, auf ein &#8220;Ja&#8221; zu unserem Schweigen. F&#252;r die Anderen haben wir nur ein Kopfsch&#252;tteln, bestenfalls Anerkennung. Auch gesenkt k&#246;nnen wir den Kopf noch abwenden und unser Schweigen steigern, allem gegen&#252;ber, was nicht m&#252;de wird, uns herauszufordern. Rechtfertigung beziehen wir aus der Endlosschleife eines inneren Monologs. Wir waren es nicht, und was wir nicht waren, werden wir nicht sein m&#252;ssen. Wir m&#252;ssen uns nur einmal rechtfertigen, f&#252;r nur eines. Wer immer uns anruft, h&#246;rt immer nur die selbe Ansage. Was uns umtreibt, l&#228;sst uns stehen, wie einen Kreisel, ohne sichtbare Bewegung. Und dennoch bilden wir uns ein, nicht regungslos zu sein, trotz der Angst vor fremder Regung, die uns zu nahe kommt, unser Gleichgewicht zu bedrohen scheint. Die Erde dreht sich schlie&#223;lich ohne uns, mit uns wird es schon nicht anders sein. Was keinen Unterschied macht, kann gelassen werden, uns gelassen bleiben. Wir haben keinen Anfang, f&#252;rchten kein Ende, aus Furcht. Die Freiheit, eine Entscheidung treffen zu k&#246;nnen, glauben wir entlarvt zu haben, weshalb wir nur eine trafen, die dagegen, ein f&#252;r alle Mal. So entschieden wir unser Leben und befinden uns nun darin, ohne Weg daraus.  Wer wir sind? Nun, alle, denen es so geht. Eine kraftlose Hand h&#228;lt nichts und muss keine Angst haben, loszulassen.</p>
<p>Doch die Welt wird nicht versagen, solange wir in der Minderheit sind.</p>
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		<title>Leben schreiben</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Oct 2010 01:18:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;sollte l&#228;ngst im Bett liegen&#8230; Bei einem Freund las ich mal ein Zitat von Thomas Mann. Der Wortlaut will mir nicht mehr einfallen, aber der Inhalt blieb im Kopf: Vielleicht ist es besser, zu Leben, als &#252;ber das Leben zu schreiben. Zu Schreiben ist wirklich nicht einfach. Das schwierigste daran ist die Geschichte. Der Einstieg, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;sollte l&#228;ngst im Bett liegen&#8230;<br />
Bei einem Freund las ich mal ein Zitat von Thomas Mann. Der Wortlaut will mir nicht mehr einfallen, aber der Inhalt blieb im Kopf: Vielleicht ist es besser, zu Leben, als &#252;ber das Leben zu schreiben.<br />
Zu Schreiben ist wirklich nicht einfach. Das schwierigste daran ist die Geschichte. Der Einstieg, die Idee, kommt einfach so &#8211; aber ihr Leben zu geben, Menschen, die sie erleben, sie wirklich werden zu lassen. Das erfordert viel Geduld und noch viel mehr Flei&#223;. Dennoch kommt es mir viel einfacher vor, als die eigene Geschichte zu Leben, wirklich zu Leben, Entscheidungen zu treffen, Wendungen herbeizuf&#252;hren, auch auf die Gefahr hin, dass sie nicht eintreten. Was ist, wenn ich mich verliebe, aber nicht geliebt werde? Als Autor kann ich zwei Menschen erfinden, und wenn ich entscheide, dass diese beiden sich verlieben, dann tun sie das auch. Ist das nicht wunderbar einfach? W&#228;re es nicht irre, wenn das auch in meinem Leben so funktionieren w&#252;rde? Wenn ich mir ein Leben nach meinen W&#252;nschen &#8220;stricken&#8221; k&#246;nnte, ganz in Ruhe am Schreibtisch, und wenn es dann genauso k&#228;me? Und liefe etwas aus dem Ruder, w&#252;rde ich alles stoppen, mich kurz einschlie&#223;en und alles wieder in meine Bahnen schreiben.<br />
Schlaue K&#246;pfe geben zu bedenken: Arne, Du bist Deines Gl&#252;ckes Schmied, Du bist es, der Dein Leben lenkt. Auch ich h&#246;re mich das oft sagen, und auch in diesem Moment denke ich, ja, so ist es. Aber dann, wenn es so weit ist, stehe ich da und tue nichts &#8211; ausser &#8211; schreiben. Hier zum Beispiel&#8230;.</p>
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		<title>Ein Zettel f&#252;r die Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Oct 2010 23:47:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[durchgesehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade dann, wenn ich denke, ich sollte hier mal wieder etwas schreiben, taucht als Echo sofort die Frage auf, warum ich das &#252;berhaupt tue. Und nat&#252;rlich haben mich so einige Freunde schon gefragt, warum ich &#252;berhaupt &#8220;blogge&#8221;. Ja, ich habe das hier schon einmal beantwortet, aber das war blo&#223; die halbe Wahrheit&#8230; Vor einigen Minuten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade dann, wenn ich denke, ich sollte hier mal wieder etwas schreiben, taucht als Echo sofort die Frage auf, warum ich das &#252;berhaupt tue. Und nat&#252;rlich haben mich so einige Freunde schon gefragt, warum ich &#252;berhaupt &#8220;blogge&#8221;. Ja, ich habe das hier schon einmal beantwortet, aber das war blo&#223; die halbe Wahrheit&#8230;<br />
Vor einigen Minuten ist es mir eingefallen, und k&#252;hn, wie ich doch dann und wann, auch jetzt, bin, behaupte ich, dass ich nicht der einzige bin, auf den dies zutrifft, dies hier:<br />
Ich m&#246;chte von Belang sein, f&#252;r diese Welt.<br />
Um das zu erreichen, gibt es wirklich viele M&#246;glichkeiten. Aber die meisten davon erfordern Mut und die Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen (wie mir vor einigen Tagen ein Freund mitteilte&#8230;). Man k&#246;nnte zum Beispiel eine Reise tun, um Sands&#228;cke zu f&#252;llen, sich in ein Schlauchboot setzen und an eine Bohrinsel ketten. Ja, klingt irgendwie aufwendig, oder? Da nehme ich mir doch lieber ein Bier aus dem K&#252;hlschrank und mache mir vor, dass meine F&#228;higkeit, Gedanken zu denken und sie in verst&#228;ndliche Worte zu packen, f&#252;r die Welt von Wichtigkeit ist. Bequemer gehts kaum&#8230;<br />
Da f&#228;llt mir ein, was mich unter anderem zu dieser Erkenntnis brachte: Als Webdesigner habe ich es immer wieder mit Kunden zu tun, die meinen, ihr Erfolg w&#228;re allein dadurch besiegelt, dass sie eine eigene Internetseite haben. Schlie&#223;lich kann die ganze Welt dann in ihr virtuelles Schaufenster sehen, wow! Aber, ich verstehe diesen Gedanken gut. Selbst ich habe immer wieder das Gef&#252;hl, der ganzen Menschheit etwas mitzuteilen, wenn ich hier einen neuen Artikel schreibe, obwohl ich durch die Zugriffsstatistik wei&#223;, dass ich vermutlich mehr Menschen erreichen w&#252;rde, wenn ich meine Gedanken auf einen Zettel schreiben, ihn 1000 mal kopieren und die Kopien in 1000 Briefk&#228;sten stecken w&#252;rde. Aber das w&#252;rde mir nicht reichen. Bl&#246;d oder?<br />
Unsere Welt wird mit der Anzahl ihrer Bewohner immer anonymer. Gerade in gro&#223;en St&#228;dten wird deutlich, wie die riesige Auswahl der vielen netten Menschen dazu f&#252;hrt, dass wir schlie&#223;lich keine Entscheidung f&#252;r einen davon f&#228;llen. Als K&#252;nstler wei&#223; man das sogar; die Kunst ist unm&#246;glich ohne Beschr&#228;nkungen. Wenn ich mich einem einzigen schon nicht mitteilen kann, warum dann nicht gleich der ganzen Welt? Die kann sich wenigstens nicht wehren. Sie legt nicht auf, man wartet auch nicht auf ihren Anruf. Ich gehe einfach davon aus, dass die Richtigen meine Botschaft erhalten, so belanglos sie auch sein mag. Die Befriedigung dabei ist mindestens subtil, aber ich muss nicht um sie bitten.<br />
So werden wir Blogger uns weiter um Kopf und Kragen schreiben, ohne ein Risiko einzugehen, ohne uns anzustrengen, ohne die Konsequenzen zu tragen. Bequem verschaffen wir uns die M&#246;glichkeit, wichtig zu sein, oder die Vorstellung davon.</p>
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		<title>Die Unm&#246;glichkeit von Zeit</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 22:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[durchgesehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der eigene Geist zeigt uns immer wieder die Unm&#246;glichkeit von Zeit. Und w&#252;ssten wir nichts vom Tod, wir kennten sie nicht, sie w&#228;re uns so fremd wie&#8230; ja, was? Als uns die Erinnerung nicht mehr reichte, erfanden wir Medien und zeichneten alles auf. Daran werden wir f&#252;r alle Zeit arbeiten, an der M&#246;glichkeit, alles aufzuzeichnen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der eigene Geist zeigt uns immer wieder die Unm&#246;glichkeit von Zeit. Und w&#252;ssten wir nichts vom Tod, wir kennten sie nicht, sie w&#228;re uns so fremd wie&#8230; ja, was?<br />
Als uns die Erinnerung nicht mehr reichte, erfanden wir Medien und zeichneten alles auf. Daran werden wir f&#252;r alle Zeit arbeiten, an der M&#246;glichkeit, alles aufzuzeichnen, was geschieht. So halten wir fest, was es nicht gibt und vergleichen weiter mit dem Jetzt, w&#228;gen ab und urteilen, erfreuen uns an dem, was es nicht mehr gibt und betrauern es. Wir sehnen uns nach dem dritten Geburtstag unseres Sohnes, weil er da noch so s&#252;&#223; und lieb war, und wie einfach war doch die Welt f&#252;r uns, wohlbeh&#252;tet im Haus unserer Eltern, wie unbefangen traten wir unseren Mitmenschen gegen&#252;ber und lie&#223;en uns nicht abschrecken von der Angst, etwas k&#246;nnte schiefgehen, den Gedanken an ein Scheitern kannten wir scheinbar nicht, und immer wieder fragen wir uns, warum das nun anders ist, wo die gute alte Zeit wohl hin ist. Wir schauen uns alte Videos an, mit ungl&#228;ubigem Kopfsch&#252;tteln beneiden wir unsere alten Ichs, die es nicht mehr gibt, von denen wir nur annehmen k&#246;nnen, dass sie zu dem f&#252;hrten, was nun ist.<br />
Es begleitet uns dabei die Angst vor dem Moment, an dem wir ein letztes Mal zur&#252;ckblicken, weil es keinen Blick nach vorn gibt. In dem Moment erst werden wir die Unm&#246;glichkeit von Zeit klar vor uns sehen, und vielleicht werden wir dann nur noch bedauern, dass wir so oft das Jetzt ausser Acht gelassen haben. Wom&#246;glich k&#246;nnen wir es sogar genie&#223;en, bevor es vorbei ist. </p>
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		<title>Relevant?</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 00:01:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[H&#228;tte etwas f&#252;r mein Tagebuch. Aber, gerade dachte ich mir: Was wird dann daraus, aus meinem Tagebucheintrag? Wird es irgendwann einmal jemand lesen? Wird es f&#252;r jemanden eine Bedeutung haben? Wohl eher nicht. Also, werde ich es wohl irgendwann lesen m&#252;ssen, vielleicht, wenn ich alt bin. Was wird es mir dann bringen? Wahrscheinlich werde ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>H&#228;tte etwas f&#252;r mein Tagebuch. Aber, gerade dachte ich mir: Was wird  dann daraus, aus meinem Tagebucheintrag? Wird es irgendwann einmal  jemand lesen? Wird es f&#252;r jemanden eine Bedeutung haben? Wohl eher  nicht. Also, werde ich es wohl irgendwann lesen m&#252;ssen, vielleicht, wenn  ich alt bin. Was wird es mir dann bringen? Wahrscheinlich werde ich  dar&#252;ber weinen, wie sch&#246;n es einmal war und dass es vorbei ist…<br />
Ich sollte mich also wom&#246;glich lieber auf mein Ged&#228;chtnis verlassen,  darauf, dass es mir ein freundliches Bild bereitstellt, wenn es soweit  ist; ein Bild, dessen Farben ein bisschen weicher, dessen Kontraste eine  gef&#228;llige Unsch&#228;rfe haben und mir mit einem v&#228;terlichen T&#228;tscheln  sagen: Ist gut, alter Mann. Dein Weg war gut gew&#228;hlt, kein Schritt, f&#252;r  den du dich sch&#228;men musst, nirgendwo falsch abgebogen. Getrost leg den  Kopf zur&#252;ck, und genie&#223;e den Rest.<br />
Eigenartig, dass Thomas Mann so akribisch Tagebuch f&#252;hrte. So ein  gesch&#228;rfter Geist, so klug und weise. Kam er nie auf die Idee, dass ein  Fu&#223;abdruck unwichtig wird, durch jeden neuen Schritt? War ihm nicht  klar, dass die Zeit und ihre Kinder Vergangenheit und Zukunft nur ein  sinnloses Raster sind, ausgedacht von einer Tierart, deren Hirne so gro&#223;  wurden, dass sie Angst vor ihrem Ende entwickelten? Belang existiert  nur innerhalb unserer eigenen Mauern. Dar&#252;ber hinaus existiert nichts.</p>
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		<title>Das mit der Flucht nach vorn</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Aug 2009 22:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein eigenartiger, wenn nicht unpassender Moment f&#252;r so einen Gedanken, aber ich sa&#223; nichtsahnend am Klavier und spielte die Tr&#228;umerei von Robert Schumann, als mir in den Sinn kam, dass ich mich nicht in der Hand habe. Vielleicht war es der Kontrast zu der Musik, zu dem Instrument, dass ich sehr wohl in der Hand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein eigenartiger, wenn nicht unpassender Moment f&#252;r so einen Gedanken, aber ich sa&#223; nichtsahnend am Klavier und spielte die Tr&#228;umerei von Robert Schumann, als mir in den Sinn kam, dass ich mich nicht in der Hand habe. Vielleicht war es der Kontrast zu der Musik, zu dem Instrument, dass ich sehr wohl in der Hand hatte, ja, in beiden sogar. Nur allzu oft verharre ich bei dem, was ich in der Hand habe; zu allem weiteren muss man mich zwingen. Gut klappt das in Situationen, in denen ich keine andere Wahl habe, in denen der einzige Fluchtweg der ist, der nach vorn f&#252;hrt. Hinterher merke ich, dass ich mich gut f&#252;hle, dass es richtig war, was ich tat und dass ich mein Ziel erreicht habe. Die Geschwindigkeit, die ich dabei an den Tag legte, kann erstaunlich hoch gewesen sein. Nur mit der &#220;bertragung hapert es. Ja, ich spiele die Tr&#228;umere wirklich gut, aber ich spielte sie auch gut, als ich zw&#246;lf Jahre alt war&#8230; </p>
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		<title>Das Buch zwischen den Zeilen</title>
		<link>http://www.weltgesehen.de/2009/04/22/das-buch-zwischen-den-zeilen/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 21:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
				<category><![CDATA[durchgesehen]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicher nicht zum Ersten Mal, wurde mir heute klar, dass man manchmal viel sagt, gerade wenn man die Klappe h&#228;lt. N Ding, was? Wir denken uns ein kleines Missverst&#228;ndnis, dass wir nicht sofort aufkl&#228;ren k&#246;nnen. OK, denken wir uns, die Gelegenheit wird schon kommen. Und dann, wenn es soweit sein k&#246;nnte, m&#252;ssen wir feststellen, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicher nicht zum Ersten Mal, wurde mir heute klar, dass man manchmal viel sagt, gerade wenn man die Klappe h&#228;lt. N Ding, was?<br />
Wir denken uns ein kleines Missverst&#228;ndnis, dass wir nicht sofort aufkl&#228;ren k&#246;nnen. OK, denken wir uns, die Gelegenheit wird schon kommen. Und dann, wenn es soweit sein k&#246;nnte, m&#252;ssen wir feststellen, dass dieses kleine leicht zu Fall zu bringende Missverst&#228;ndnis inzwischen an Kraft und Stand gewonnen zu haben scheint. Verzweifelt versuchen wir, die Bohrtiefe auszuloten; was ist geschehen? Welcher Film lief hier wie weit, seit dem wir das Kino verlie&#223;en? Und wodurch? Wenn wir Gl&#252;ck haben, lag es nur am Schweigen. Vielleicht wurde es als Zustimmung verstanden. Wenn es &#8220;nur&#8221; das ist, k&#246;nnen wir es schaffen. Dass Nichtsreden manchmal mehr sagt, als alle Worte, kann erschreckend sein. Aber, mit dem Blick in unsere Ecke zur&#252;ckgedr&#228;ngt, m&#252;ssen wir uns nur daran erinnern, dass wir uns umdrehen k&#246;nnen, und wenn wir das geschafft haben, werden wir verbl&#252;fft feststellen, dass uns auf einmal wieder alle Wege offen stehen.</p>
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		<title>Die Flut</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 01:14:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>arne</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hat sich mal jemand, irgendwer, daf&#252;r entschieden, immer der Letzte zu sein? Gibt es das? Also, ich hab mich nie daf&#252;r entschieden, nicht zu heiraten, bis ich vierzig bin. Aber vielleicht h&#228;tte ich eine Entscheidung treffen m&#252;ssen, um das zu verhindern&#8230;? Was sch&#252;tzt uns eigentlich? Die Medien werden immer allgegenw&#228;rtiger, dringen immer tiefer in ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat sich mal jemand, irgendwer, daf&#252;r entschieden, immer der Letzte zu sein? Gibt es das? Also, ich hab mich nie daf&#252;r entschieden, nicht zu heiraten, bis ich vierzig bin. Aber vielleicht h&#228;tte ich eine Entscheidung treffen m&#252;ssen, um das zu verhindern&#8230;?<br />
Was sch&#252;tzt uns eigentlich? Die Medien werden immer allgegenw&#228;rtiger, dringen immer tiefer in ein jedes Leben ein. W&#228;hrend wir uns noch vor zehn Jahren im Spiegel der oberen Zehntausend sahen, unser kleines Licht neben ihnen, unsere Tr&#228;ume neben ihrer Realit&#228;t, schwappt die anonyme Masse nun hoch; sie dringt durch immer breiter werdende Ritzen der Medienkontinente, durch Blogs und twitter, und sie treten &#252;ber die Ufer ins Nachmittags- und Nachtprogramm. Die Masse labt sich an ihres Gleichen, auf der Suche nach jemandem, der ihr im Spiegel zur&#252;ckl&#228;chelt. Vielleicht sch&#252;tzt uns das, dass wir uns breit machen k&#246;nnen, dass wir einen Weg gefunden haben, uns als Mehrheit wahrzunehmen, die von Belang ist, deren Wert &#252;berflutet, den Wasserspiegel steigen l&#228;sst, bis alle Menschen wieder auf einer H&#246;he schwimmen. Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir so etwas erfahren durften: Wo die Flut herrscht, sind alle Menschen gleich.</p>
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