Liebesbrand

arne am 15. November 2008 um 22:57

So hieß er, der Roman, von dem ich erzählte. Ich hatte schon wieder vergessen, dass ich hier darüber schreiben wollte. Er steht schon längst im Regal und zwei weitere. Also, wie war das noch?
Also, gefallen hat er mir schon, aber weniger geholfen und noch weniger wurde für mich der Titel eingelöst, außer, dass er sehr oft im Buch fiel, an sich schon etwas, dass mich misstrauisch macht.
Kurz: Nach einem Unfall leistet eine unbekannte Frau dem Helden Erste Hilfe. Das ist ja schon mal klassisch. Er nimmt sie nur im Dämmerzustand wahr; dennoch geht sie ihm nicht aus dem Kopf. Schließlich entscheidet er, verliebt in sie zu sein. Na ja. Und dann begibt er sich auf die Suche. Ich habe ihn gerne gelesen, aber den Liebesbrand konnte ich einfach nicht finden.

Inspiration

arne am 1. Oktober 2008 um 00:18

Habe mir heute einen Roman gekauft, von dem ich wirklich viel erwarte. Ja, soll man ja nich`, ich weiß. Tu ich aber. Er soll mir Inspiration sein, für die Arbeit an meinem. Ein leidenschaftlicher Liebesroman soll es sein und das von einem Autor, von dem ich nichts kitschiges erwarte. Bin gespannt wie eine Flizzebogen.
Wie das Buch heißt? Wird erst verraten, wenn ich es gelesen habe. Nicht, dass nachher einer behauptet, ich hätte Schund empfohlen. Tse.

Kabale und Liebe am Deutschen Schauspielhaus

arne am 25. September 2008 um 00:08

Heute, 22:20, im Theater gewesen. Und hinterher -zwei Stunden des Erlebten umkreisen mich, wie die kleinen Vögelchen die bewusstlose Comicfigur- die verwirrende Erkenntnis, dass so viele Dinge eine viel zu große Rolle in meinem Leben spielen, mir Tage und Wochen stehlen, ohne mich derart zu entlohnen, wie es zwei Stunden Theater vermocht haben. Verrückte Welt – verrückter Arne, der sich ihr nicht widersetzt.
Zu dieser Inszenierung: Wo bei Schiller schließlich die Kabale den Riegel der Falltür zieht, die zu späte Aufklärung das Drama auf seinen Gipfel führt, werden hier die Liebenden auf sich selbst zurückgeworfen, auf die Naivität ihrer Eitelkeit. Ohne sie ist die Liebe sicher nicht überlebensfähig, aber sie ist es auch, die ihr das Tuch bindet, um Augen und Ohren. Dann zieht sie sich leise zurück, bis auch ihr Lächeln verschluckt wird, von der Dunkelheit. Orientierungslos bleiben die Liebenden zurück. Zunächst versuchen sie ruhig zu bleiben, tasten vorsichtig nach etwas Bekanntem. Aber je länger ihr Mühen vergeblich bleibt, desto verzweifelter wird ihre Suche nach Halt, desto wütender ihr Zugreifen. Und immer verletzender wird ihr Tun, schallend belacht aus der Dunkelheit, ein weiterer der Sieg der Eitelkeit.

…also manchmal…

arne am 15. September 2008 um 22:50

…kann das Leben wirklich ein großer Sack voll Scheiße sein, oder? Und ich meine nicht die Größe, die den Weihnachtsmann stöhnen lässt, sonder eher so… …atommüllendlagergroß! Ihr versteht?

Nichts weiter

arne am 6. September 2008 um 01:25

Und? Hat ers gelesen? Seid Ihr ihm begegnet?… ;o)
Manchmal wird aus dem Denken ein Kreis, wenn ich es zu weit treibe, wenn die Windungen in Gleisgestalt zu Weichen werden, jeden Gedanken aufspalten und die nächsten mit seinen Teilen das Gleiche tun. So wird alles heruntergebrochen, bis auf das kleinste Stück, den kleinsten Nenner, hinter dem steht, dass alles unwichtig ist, Du, ich, die ganze Welt, das Universum; ein Käfer auf dem Rücken, strampelt in wilder Verzweiflung, und niemand sieht es, keinen geht es an, und der Käfer ist selbst dabei nur ein unwichtiges Detail.
Aber von da aus lässt es sich weiter spinnen, Weichen können Teile wieder zusammenführen zu neuen, die größer werden, und eben weil NICHTS wichtig ist, hat doch ALLES wiederum die größte Bedeutung. Weil ich für den Rest der Welt überhaupt keine Bedeutung habe, kann sie zugleich auch schon gar nicht mehr größer sein, eben weil alles andere ja auch nicht wichtiger ist. Ist also alles ganz und gar belanglos, darf es untereinander schon wieder wertvoll sein. In meiner eigenen kleinen Welt bestimme ich meinen Wert; das macht ihn von fremder Wertschätzung unabhängig. Entäuschung und Zorn gibt es in dieser Welt nicht. Alles andere hat für mich nur die Bedeutung, die ihm gebe, und die ich ihm entziehen kann. Die welt bleibt ein Nichts, aufgeladen nur durch unsere Phantasie.
Gute Nacht!

Zum Geburtstag…

arne am 9. August 2008 um 00:47

Jedes Jahr an diesem Tag muss ich an jemanden denken, weil er Geburtstag hat, und seit 4 Jahren muss es bei diesem Gedanken bleiben, bei einem Glückwunsch im Geiste, sozusagen.
Aber gerade hatte ich diesen verrückten Einfall, hier etwas zu schreiben, was er vielleicht lesen könnte, einfach so für sich, und dann wüsste er, dass ich an ihn gedacht habe.
Bevor ich ihn vor über 9 Jahren kennen lernte, hörte ich von ihm; ich hörte, er hätte etwas gegen mich, und man solle ein Treffen vielleicht erst einmal hinauszögern. Und man sagte mir, wo seine Abscheu herrührte, und ich konnte es gut nachvollziehen, und war beruhigt: Ich war mir sicher, dass wir uns gut verstehen würden. So war es dann auch; einige Monate später saßen wir im selben Boot.. .
Wir hatten viel Spaß und er brachte mir bei, gelassen zu sein, den Augenblick zu genießen und den Stolpersteinen auf dem Weg mit Humor zu begegnen. Ich weiß nicht, wie lange es noch dauern wird, bis ich diese Tugenden so spielend beherrsche, wie er, und ob ich es überhaupt je schaffen werde, aber jeder Schritt, der mir gelingt, lässt mich schmunzelnd an ihn denken.
Ja, warum schreibe ich das nun hier? Wenn man jemanden gern hat, ist es einem wichtig, was er über einen denkt. Daran liegt das wohl. Ich denke nach wie vor, dass meine Entscheidung richtig war, obwohl ich sie auch jetzt wieder bereue.
Ich hoffe es geht ihnen gut, und ich wünsche ihnen eine schöne Feier, mit allen lieben Menschen um Sie versammelt. Ich wünsche Ihnen den richtigen Rhythmus für viele glückliche Jahre, die noch auf Sie warten. Halten Sie Sich wuchtig!

Der Diamant in Deiner Hand

arne am 12. Juli 2008 um 23:25

Erst einmal ein “fettes Sorrie”, dass ich hier in letzter Zeit so selten schreibe. Es schwirrt auch der Gedanke in mir, dieses Blog stillzulegen. Na, mal sehn.

Den Titel dieses Beitrages habe ich mir geklaut, bei dem Seminar von Alexander Schattenberg, an dem ich heute teilnehmen durfte.
Es ging um die Kraft unserer Wünsche, die möglich ist, wenn wir sie richtig für uns formulieren, ihnen ihr Licht geben, das ihnen gebührt, sie zum Leben erweckt und damit ihre Erfüllung ganz leicht möglich macht. Besonders beeindruckt war ich von einer Art Liste, in der die Gefühle verzeichnet waren, zu denen wir fähig sind. Jedes Gefühl hat dort seinen Platz. Die Liste beginnt mit Begriffen wie, Freude, Leidenschaft, Freiheit, Begeisterung und Hingabe und endet mit Neid, Unsicherheit, Furcht, Angst, Trauer und Depression. Spannend war dabei die Erkenntnis, dass erstere uns antreiben uns voran bringen, während letztere uns hemmen bremsen, zum Stillstand führen.
Und dann war ich zu Hause und warf noch einmal einen Blick auf diese Liste, und mir fiel ein, dass die bremsenden Gefühle/Empfindungen, die sind, die uns schützen sollen, allerdings vor Gefahren, die es kaum noch gibt.
Irgendwo las ich mal, dass unser Hirn vor allem durch Gefühle wie Angst konditioniert wird. Vor sehr vielen Jahren sei das auch mal sehr wichtig gewesen, denn es führte dazu, dass wir uns großen Gefahren immer nur ein Mal aussetzten und dann möglichst nie wieder, denn die Erfahrung von Angst, die wir machten, fraß sich in unseren Kopf und blieb.
Dieser Mechanismus funktioniert immer noch, nur ist uns dummerweise die Schwelle für das auslösende Moment gesunken. Es lauert eben kein Säbelzahntiger auf unserem Balkon. Wie haben inzwischen Angst vor Dingen, über die unsere Ahnen nur müde gelächelt hätten.
Jetzt versuchen wir also, nach unserer Erkenntnis, uns auf das zu konzentrieren, was wir uns wünschen, was wir anstreben, was uns gut tut. Die früher zur Flucht nötige Energie kann umgeleitet werden, zur “Flucht” nach vorn, sozusagen.

http://www.alexanderschattenberg.de/

Also, wie war das nun mit den Bedürfnissen?

arne am 13. Juni 2008 um 01:19

Recherche ist schon was tolles, weil man da nämlich etwas lernt, und Lernen heißt Neues erfahren, und da gibt es ja dieses Belohnungsding in uns, dass in diesem Fall ein gutes Gefühl macht.
Und ich lernte nun dies: Alles was wir tun, machen wir, um ein Bedürfnis in uns zu erfüllen. Jetzt könnte man sagen: Na und? Ist doch klar, oder?
Ja, sischä, isses. Aber hin und wieder tun wir ja Dinge ganz spontan, mit denen wir hinterher eher weniger einverstanden sind. Wir denken: Och nöh, was hab ich mir denn dabei gedacht. Oft kommen wir zu dem Schluss, dass wir uns wohl nichts dabei gedacht hatten. Stimmt wohl auch. Aber wir haben ja auf jeden Fall ein Bedürfnis befriedigt. Und hier wird die Sache spannend. Wenn wir uns ehrlich fragen, welches Bedürfnis das war, könnten wir uns ganz schön wundern. Welches Bedürfnis stillen wir zum Beispiel, wenn wir einen geliebten Menschen verletzen? Was lebte in uns, als wir das taten?

Mensch oder nicht…

arne am 16. Mai 2008 um 23:59

Es ist schon eigenartig: Die Medien stützen die Demokratie, ja eigentlich machen sie sie erst möglich, weil ja auch der Mensch so wenig immer nur gut ist, wie jedes andere Geschöpft, also gut in dem Sinne, wie er es selbst definiert. Die Meldungen und ihre Qualität wiederum sind abhängig vom Verhalten des Volkes. Wollte also niemand von uns die Bilder und Geheimnisse einer verstörten Familie kaufen, bliebe eine solche Familie unbelästigt. Aber, alles wissen zu wollen, was man nicht kennt, ist eben auch ein Instinkt, der Instinkt der Medien liegt da wohl eher im ökonomischen Bereich.
Da ereifere sich, wer will; so lange wir unsere Instinkte nicht unseren Moralvorstellungen unterordnen können, bleibt alles wie es ist. Und alte Säcke wie diesen vierteilen, rädern teeren und federn zu wollen, ist ja wohl auch ein Instinkt.
Wir sind einfach zu viele für unsere Instinkte, daher brauchen wir unsere Moral. Sie schützt unseren Nächsten und uns selbst, im Idealfall.

Was willst Du?

arne am 9. Mai 2008 um 23:27

Derzeit versuche ich zu lernen, mir beim Schreiben immer wieder eine Frage zu stellen: Was will meine Figur? Diese Frage ist so wichtig, weil sich an der Antwort alles ausrichtet, was die Figur tut und lässt, und wie sie dabei vorgeht. Klingt einfach. Ist es aber nicht. Mir fallen nämlich immer mehrere Dinge ein, oder immer wieder dieselben, egal um welche Szene es sich handelt. Aber darauf wollte ich ja gar nicht hinaus.
Nach vielen Stunden des Nachdenkens darüber, was meine Figuren so wollen, fiel mir ein: Was will ich eigentlich? Oder was wollen Andere? Freunde, Bekannte, der dicke Mann, der mich neulich anrempelte…? Könnt Ihr das spontan beantworten: Was willst Du?
Und damit ist natürlich nicht gemeint, ob ihr noch ein Bier wollt, oder einen Kaffee, ob’s mal wieder schick Essengehen sein darf, oder ein Sechser im Lotto, sondern: Was treibt Dich an und wohin? Welchen Weg gehst Du und warum? Was ist Dein Ziel?
Und noch spannender, finde ich, wird das Ganze, wenn man sich die Frage, so wie ich für meinen Roman, in jeder Szene seines Lebens fragt, also mit aktuellem Bezug. Stellt Euch zum Beispiel vor, ihr sitzt vor der Glotze, Beine hoch, das zweite Bier in der Hand, und guckt die 6.478 Folge von der SuperChartShow, oder wie das Ding heißt, Thema heute: Die in Deutschland erfolgreichsten weiblichen nichtselbstschreibenden Sängerinnen unter zwanzig mit nochechten Brüsten. Stellt Euch also vor, ihr würdet in einer der 12 Werbepausen, statt darüber nachzudenken, wer das Lied der Schlümpfe schrieb (a,b oder c?), um mit einem 5EuroAnruf garantiert eine unter bestimmten Umständen durchaus im Bereich des beinahe homöopathisch Möglichen Chance auf ein fast eigenes Haus oder so zu ergreifen, äh, wo war ich? Ach ja, stellt Euch also vor, Ihr würdet Euch in dem Moment fragen: Was will ich?