Navigation Menu

Mit dieser alten Scheibe in den Ohren (The Cure – faith …und ja, schwarz ist die Scheibe, mit zwei Rillen), dem passenden Getränk und der unerlässlichen Rauchware komme ich mir ein bisschen vor, wie Christian Slater in “Hart auf Sendung”. Mann, wie habe ich als Teenager diesen Film geliebt. Allein dazustehen und doch vor der Welt eine Stimme zu haben, sie einsetzen zu können. Der Gedanke konnte mich berauschen und er wurde zu meiner Triebfeder. Ich sah mich auf ein Leben zusteuern, dass ich nun nicht führe. Aber das ist gut so, nicht besser, weil ich nicht weiß, wie es anders gewesen wäre.
Wir schreiben nun das Jahr 2011, und ich habe ein Alter erreicht, in dem ich mich daran erinnere, Science Fiction Filme gesehen zu haben, durch die so eine Jahreszahl geisterte. Es kommt mir vor, dass aus der Schnelligkeit des Lebens, der Dinge die mit mir passierten, eine Schnelligkeit der Zeit geworden ist, die mich mit jedem neuen Jahr ein weiteres Mal überrundet. Die Versuchung wird immer größer, angesichts dieser Uneinholbarkeit stehen zu bleiben. Mehr und mehr scheint es unmöglich, mithalten zu können. Erinnere ich mich an eine Einzelheit aus dieser Zeit, denke ich, wenn du das doch hättest so bewusst erleben können, wie es dir heute möglich wäre. Es bräuchte eine neue Art von Traum, der dich fühlen lässt, wie du fühltest und was dich trieb. In allem steckt etwas Verborgenes, was ich meine, verpasst zu haben. Und was, wenn es mir immer wieder passiert, wenn es mir auch im letzten oder vorletzten Jahr passiert ist? Was, wenn das immer so weitergehen wird, ohne dass ich es rechtzeitig merke? Ich wäre gern mein eigener Manager, der Herr über mich und was ich tue und lasse. Ich weiß, dass es so sein müsste… aber wenn es so ist, woran könnte mir das bewusst werden? Ist es nur die Welt die sich dreht, ohne mich? Bin ich nur ein Statist in meinem Film, der erst während des Abspanns realisiert, dass die Hauptrolle nie besetzt war, oder dass sie nach der 2ten Szene nicht mehr auftauchte? Und was wird auf mich warten, wann dann das Licht angeht?

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.