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Gerade dann, wenn ich denke, ich sollte hier mal wieder etwas schreiben, taucht als Echo sofort die Frage auf, warum ich das überhaupt tue. Und natürlich haben mich so einige Freunde schon gefragt, warum ich überhaupt “blogge”. Ja, ich habe das hier schon einmal beantwortet, aber das war bloß die halbe Wahrheit…
Vor einigen Minuten ist es mir eingefallen, und kühn, wie ich doch dann und wann, auch jetzt, bin, behaupte ich, dass ich nicht der einzige bin, auf den dies zutrifft, dies hier:
Ich möchte von Belang sein, für diese Welt.
Um das zu erreichen, gibt es wirklich viele Möglichkeiten. Aber die meisten davon erfordern Mut und die Bereitschaft, die Konsequenzen zu tragen (wie mir vor einigen Tagen ein Freund mitteilte…). Man könnte zum Beispiel eine Reise tun, um Sandsäcke zu füllen, sich in ein Schlauchboot setzen und an eine Bohrinsel ketten. Ja, klingt irgendwie aufwendig, oder? Da nehme ich mir doch lieber ein Bier aus dem Kühlschrank und mache mir vor, dass meine Fähigkeit, Gedanken zu denken und sie in verständliche Worte zu packen, für die Welt von Wichtigkeit ist. Bequemer gehts kaum…
Da fällt mir ein, was mich unter anderem zu dieser Erkenntnis brachte: Als Webdesigner habe ich es immer wieder mit Kunden zu tun, die meinen, ihr Erfolg wäre allein dadurch besiegelt, dass sie eine eigene Internetseite haben. Schließlich kann die ganze Welt dann in ihr virtuelles Schaufenster sehen, wow! Aber, ich verstehe diesen Gedanken gut. Selbst ich habe immer wieder das Gefühl, der ganzen Menschheit etwas mitzuteilen, wenn ich hier einen neuen Artikel schreibe, obwohl ich durch die Zugriffsstatistik weiß, dass ich vermutlich mehr Menschen erreichen würde, wenn ich meine Gedanken auf einen Zettel schreiben, ihn 1000 mal kopieren und die Kopien in 1000 Briefkästen stecken würde. Aber das würde mir nicht reichen. Blöd oder?
Unsere Welt wird mit der Anzahl ihrer Bewohner immer anonymer. Gerade in großen Städten wird deutlich, wie die riesige Auswahl der vielen netten Menschen dazu führt, dass wir schließlich keine Entscheidung für einen davon fällen. Als Künstler weiß man das sogar; die Kunst ist unmöglich ohne Beschränkungen. Wenn ich mich einem einzigen schon nicht mitteilen kann, warum dann nicht gleich der ganzen Welt? Die kann sich wenigstens nicht wehren. Sie legt nicht auf, man wartet auch nicht auf ihren Anruf. Ich gehe einfach davon aus, dass die Richtigen meine Botschaft erhalten, so belanglos sie auch sein mag. Die Befriedigung dabei ist mindestens subtil, aber ich muss nicht um sie bitten.
So werden wir Blogger uns weiter um Kopf und Kragen schreiben, ohne ein Risiko einzugehen, ohne uns anzustrengen, ohne die Konsequenzen zu tragen. Bequem verschaffen wir uns die Möglichkeit, wichtig zu sein, oder die Vorstellung davon.

    2 Kommentare

  1. Ich lese immer wieder gerne deine Gedanken hier im Blog. Und glaube mir, ich kann dir ganz viele Menschen nennen, für die du von Belang bist – mich eingeschlossen.
    Wir sind zwar nich die Welt, aber doch ein Teil von ihr…

  2. Mensch, daran hatte ich gar nicht gedacht. Aber schön, das zu lesen. :o)

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